Tag Archive | Schnee

der fenstersitzer

im dichten nebel kann sie tanjas winkende hand nur schlecht erkennen. die fenster sind wie immer nur schlecht als recht als solche zu erkennen. sie sind schlamm, schnee und graffiti zum opfer gefallen. claudette kann kaum durchgucken und erahnt nur schemenhafte gestalten in der anbrechenden dämmerung am bahngleis.

zufrieden lehnt sie sich zurück und versucht in ihrem sitz zu entspannen. sie ist glücklich, dass ihre ankunft erwartet wird. wenn sie etwas nicht leiden kann, dann ist es das einsame warten an bahnhöfen. denn das erlebt sie tag für tag, wenn sie zur arbeit pendelt. schon immer hat sie sich danach gesehnt zu den menschen zu gehören, die freudig von verwandten und bekannten abgeholt werden. erst eine kräftige und große umarmung, dann eine lebhafte konversation, begleitet von vielen lächelden gesichtern.

als ihr von der lüftung heiße luft zuströmt, nimmt sie ihren schal ab. da klingelt ihr handy.

„hey na? bist du schon eingestiegen?“ fragt mona.

„ja. ich bin unterwegs. ich sitz‘ neben der lüftung. mir ist schon ganz warm“ erwidert claudette und zieht währenddessen ihren mantel aus.

„ich war schon bei der videothek und hab‘ uns die dvd’s ausgeliehen.“

„cool. dann können wir uns nachher die filme reinziehen.“

„du wirst ja um 18:25 Uhr ankommen. ich werde dann bald losfahren.“

„okay. ich rufe dich dann an, wenn der zug verspätung haben sollte“, was claudette sich am wenigsten wünschte. das würde den schon lange geplanten abend mit ihrer freundin kaputt machen.

„hast du lust auf nudeln mit champignonsoße? wir können auch was anderes essen“, fragt mona ganz neugierig.

„nee, nudeln klingen super. aber mach dir keine umstände. ich kann mir auch was am bahnhof kaufen.“

„ach quatsch! ich dachte ich koche das dann frisch, wenn du hier bist. das geht ganz schnell.“

„in ordnung. dann lass uns zusammen kochen.“ claudettes vorfreude wuchs meter für meter.

„es lebe unser mädelsabend!“ rief Mona in die Sprechmuschel.

claudette musste lachen.

„es leben nudeln mir champignonsoße! ich lege jetzt auf. bis nachher.“

„okay, ciao!“

claudette war durch ihr telefonat abgelenkt gewesen. in der zwischenzeit sind immer mehr leute zugestiegen. sie hat sich keinen sitzplatz im ice reserviert und macht sich sorgen, ob sie den rest der strecke bis berlin stehen muss. kaum hat sie ihren gedanken zu ende ausgeführt, schon hält jemand im gang seitlich von ihr an und schaut nach der sitzplatznummerierung.

„verzeihung? ist das neben ihnen sitz nummer 43?“ fragt er freundlich.

claudette wusste nicht genau auf welchem platz sie saß.

„das könnte sein.“

„sie wissen nicht auf welchem platz sie sitzen?“

jetzt klang er schon unfreundlicher und vorwurfsvoll, denkt claudette und betrachtet sein gesicht. es sieht so aus, als hätte er einen scheißtag gehabt. irgendwie ist sie wütend und hatte gleichermaßen mitleid mit ihm, wenn er da so neben ihr im gang steht.

„wenn das ihr platz ist, dann setzen sie sich doch bitte.“ sie hebt ihren mantel und schal auf, richtet sich im ratternden zug auf, um ihm platz zu machen.

mit dieser aufforderung schaut er etwas verwirrt aus, bewegt sich aber in richtung seines fenstersitzes. er setzt sich in voller montur hin und merkt sekunden später, dass er seinen mantel nicht abgelegt hat.

„entschuldigung“, murmelt er und versucht im engen raum zwischen eigenem sitz und vordersitz aufzustehen und sich den mantel abzustreifen. das unterfangen gestaltet sich komplizierter als gedacht. der zeigefinger seiner rechten hand verfängt sich im knopfloch seines mantelärmels. claudette zeigt erbarmen und hilft ihm aus seiner kleinen misere.

„moment, ich helfe ihnen.“

sie erhält ein erleichtertes „danke“ vom fenstersitzer.

to be continued

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Der Winter kündigt sich langsam an

am wochenende lag bereits eine ganz dünne schicht schnee auf den straßen und heute fielen dicke flocken vom himmel.

ich kann es kaum abwarten bis ich meinen ersten schneespaziergang machen kann. zwar ist für die nächste zeit eher milderes wetter angesagt, jedoch weiß man ja nie, wann man überrascht wird. zurzeit denke ich immer an das letzte jahr zurück. da musste ich im november schon meine winterstiefel anziehen und vorsichtig auto fahre im moment schneit es, aber so ganz fein und es ist eben nicht das weiße vom ei. obwohl es draußen gerade einmal 1 grad kalt ist, bleibt die chose nicht liegen. bis es wieder soweit ist, muss ich mir mit winterzauberbildern, suppe, tee, keksen & kaffee die zeit vertreiben :)

hies zwei dieser bilder aus dem letzten jahr. fahrt & geht bitte vorsichtig, es drohen blitzeis und andere gefahren. be safe!