Tag Archive | Anti

Valentin, Romeo & Co. können einpacken

ValentinsTag?
Ist doch völlig egal. Ein Tag wie jeder andere Tag auch.
Ein Dienstag. Etwas Schneeregen & Temperaturen um die 0 Grad.
Manche weiblichen Wesen erwarten aus irgendeinem Grund Blumen & Pralinen.
Wohlgemerkt: Verseuchte/ giftige Schnittblumen, auf denen Pestizidrückstände glücklich nisten.
Pralinen, die nach nichts schmecken.
Da habe ich lieber Kaffee & selbst gebackenen Kuchen, Muffin/ Kekse.
Das kann ich selber backen oder andere backen es für mich.
Die Wirtschaft & Medien gaukeln uns jedoch vor, dass wir an diesem Tag unsere Partner_innen/ Menschen dir wir mögen, beschenken müssen/sollen. Wieso denn das?
Das macht doch gar keinen Sinn.
Das zeugt von einer gewissen Traurigkeit, wenn Partner_innen sich ausschließlich an Valentinstag wertschätzen.
Wie verhält es sich mit dem restlichen Jahr?
Viel wichtiger sind Kleinigkeiten & Aufmerksamkeiten – das ganze Jahr über.

Da brauch ich keinen Ritter auf einem weißen Pferd, keinen Valentin mit lebensgefährlichen roten Rosen & auch keinen Romeo, der an meinem Balkon herumklettert.

Für alle, die im Moment überhaupt keine Lust auf Liebesgeplänkel & V-Day haben, empfehle ich die Serie „2 Broke Girls“. Hier mein Lieblingszitat aus der 8. Episode der 1. Staffel „And Hoarder Culture“:

Caroline: This is so romantic. Jumping over the backwall to drop down and see u in the middle of the night. It’s very Romeo & Juliet.
Max: It is very Romeo & Juliet. He has to pee and i’m the nearest toilet!

In diesem Sinne: Happy Anti-Valentine’s-Day! :D

Advertisements

Asoziale Aktion Meinerseits

„Wollen wir uns dort vorne in den Vierer setzen?“ kommt die Frage einer flüchtig bekannten Kommilitonin, als sie in den Zug steigt und mich erkennt.

Wir haben uns kurz vorher am Bahnsteig [beim Vorbeigehen] gesehen, als ich zum Zug ging & sie sich im Raucherbereich eine Zigarette anzündete.
Ich habe mich in einen Zweier gesetzt, in der Annahme, dass sie den Wink mit dem Zaunpfahl verstehen würde. Zusätzliche habe ich mein Netbook gegriffen, hochgefahren und bin bereits beim Tippen. Sie steigt in den Zug, ist freundlich und schlägt nun vor, dass wir zusammen sitzen können. Warum habe ich diesen Sitzplatz gewählt???!!! Dann muss ich es eben geradeheraus formulieren.

„Nein. Ich habe mich hier hingesetzt, weil ich noch am Laptop arbeiten muss. Deswegen hab‘ ich nicht den Vierer gewählt. Sonst hätten wir reden können. Muss leider noch was schreiben.“

[Natürlich lächle ich dabei nett, damit klar wird, dass ich keine Hexe bin, sondern nur in Ruhe arbeiten, anstatt Konversation betreiben möchte.]

Irgendwie komme ich mir jetzt komisch, asozial & unfreundlich vor. Deshalb schreibe ich das Geschehen schnell auf. [Im Grunde genommen wollte ich einen ganz anderen Artikel verfassen. Nun ist es diese Schilderung der Ereignisse geworden.]

Zu einer Beurteilung meiner Aktion mit „Du bist ja scheiße.“ folgen nun meine ABERs:

  1. ABER sie hat eben noch eine Zigarette geraucht und ich HASSE [ja, wirklich das schlimme H-Wort = hassen] den Geruch, auch wenn er nur slightly durch die Kleidung zu riechen ist. Ich mag es absolut nicht.
  2. ABER ich bin so was von müde, dass ich [in der Regel eine unglaublich redselige Person, die sich 24/7 redend selbst entertainen kann] überhaupt keinen Nerv auf unwichtige & mich zurzeit kaum tangierende Themen habe.
  3. ABER ich will einen Blogbeitrag schreiben, da ich dafür eh fast nie ausreichend Zeit erübrigen kann und meine Zugreise meine Freizeit außerhalb der Wochenenden bedeutet.
  4. ABER tatsächlich wollte ich mir die Freiheit herausnehmen und allein reisen/sein. Ständig bin ich gezwungenermaßen mit anderen Menschen auf engstem Raum [entweder in der UB, im Zug, im Bus, zu Hause – ich teile mir mein Zimmer mit meiner jüngeren Schwester – die Schwestern-WG] und brauche manchmal [insbesondere wenn ich müde & ausgelastet bin] meine Ruhe.

Okay. Ich glaube mein schlechtes Gewissen konnte ich jetzt nicht eliminieren, aber wenigstens klingen meine ABERs plausibel. Auch wenn ich mit dieser Aktion Gefahr laufe als unfreundliche & asoziale Kommilitonin abgestempelt zu werden… ich riskier’s! Schließlich können ein paar Stempel mehr/weniger in meiner Sammlung nicht schaden*.

Wann wart ihr das letzte Mal unfreundlich & evtl. asozial?

* Hierzu zählen Stempel wie:
„Du bist immer so direkt.“ [Ich nenne es Ehrlichkeit.]
„Du bist aber fies.“ [Ich schaue der Tatsachen ins Auge.]
„Sie reden sehr schnell.“ [Meine Zeit auf dieser Erde ist begrenzt.]
„Du redest aber gut Deutsch.“ [Du aber auch! (An dieser Stelle gehen die Sirenen los & es flashen Idiot-Leuchtreklamen in meiner Retina, so als ob ich am Times Square stehen würde.)]

to be continued