Archive | November 2011

So beginnt meine Woche am Dienstag

Am Donnerstag hat mich die Erkältung eingeholt. Man unterschätzt den Wert der Gesundheit und merkt es erst dann, wenn es einem schlechter als üblicherweise geht.
Ich hatte zwar kein Fieber zu beklagen, jedoch reichte das Gefühl der Schlappheit in meinen Armen, Beinen und in meinem Kopf aus, um nicht einwandfrei zu funktionieren. Ich fühlte mich machtlos. Mit viel Tee, Bonbons, Meerwasser-Nasenspray und Halsschmerztabletten sind die 4 Tage nun auch überstanden, sodass ich nun schnelle die verpassten Lerntage nachholen muss.

Dabei fällt mir folgendes auf…

Bin ich die Einzige, die sich seltsame Ordnernamen ausdenkt?
Ich meine Schrott ist nun einmal „Schrott“ und Trash ist eben „Trash“, also Müll.
Und „Business“ umfasst alles, was sich ums Bewerben, Jobangebote, Stellenausschreibungen, Verträge etc. dreht :D
„Abstrakt“ enthält einfach abstrakte Dateien, dass ich es nicht anders attribuieren konnte.
Das ist doch alles im Rahmen des Möglichen & einigermaßen Verständlichen.

Und:

Mir ist heute klar geworden, dass ich wahrscheinlich eine von wenigen Menschen bin, die aufgrund einer/mehrerer Tauben einen Unfall bauen würde.
Ich mag es nicht, wenn sie aufscheuchen und dadurch mein Fahrradlenker o.ä. ins Schleudern gerät! Ich mag es auch nicht, wenn sie im Weg stehen, sodass ich auf sie zugehen muss bis ich sie fast platt trete!

So beginnt meine Woche am Dienstag.

Männer Herauspicken

Ich picke mir Männer heraus.

Einfach so.

In der Bibliothek, in der Fußgängerzone, im Zug.

Ich spreche sie weder an, noch betrachte ich sie allzu lange oder offensichtlich. Nein nein, ich picke sie mir nur mental aus der Menge heraus. Das ist kein Kopfkino. Oder besser gesagt verweigere ich mich es als Kopfkino zu bezeichnen. Es ist einfach nur das, was es ist.

Und nein, ich stelle mir hier nicht den perfekten Mann vor. Sie haben Makel und ich kenne sie nicht. Ich stelle mir vor wie ich sie kennen lerne.

Wenn sie nicht nett sind, sage ich es ihnen ins Gesicht. Ganz ehrlich. Denn so kenne ich das. So macht man das. Ehrliche Menschen sind ehrlich. Wir begegnen uns wie zwei Erwachsene. Ehrlich. Im Endeffekt schonungslos.

Nein, keiner von uns ist damit glücklich. Aber glücklicher als mit unehrlichen Erwachsenen. Denn die gibt es auch.

Ich picke mir die Männer so einfach heraus. Sie sind nur Vorstellungen in einer Reihe von vielen anderen Vorstellungen.

JA, sie waren nur so lange schön bis der Vorhang sich neigte und ich nicht mehr nur die Betrachterin war, sondern Hauptfigur im Stück, das sich „Leben“ nennt.

Marie und ihre gedanken

in der hintersten ecke saß marie. sie hatte keinen schimmer, was sie als nächstes machen sollte. das betrachten der wände war für den moment das einzige, welches sie beruhigte. wenn ihr euch jetzt fragt, weshalb die notwendigkeit zum beruhigen bestand, dann werdet ihr enttäuscht sein zu lesen, dass marie nicht so recht den grund dafür benennen konnte. sie war für einen längeren augenblick dieses tages verunsichert. aus diesem grund war sie in das café geflüchtet. in der hoffnung, dass der duft des kaffees und der leckeren küchlein ihr ein behagliches gefühl geben würden. außerdem war sie der meinung, dass ein café und eine darin sitzende und grübelnde frau eines der gewöhnlichsten szenen auf dieser welt waren. und das gab ihr halt.

halt benötigte sie, weil sie in gedanken schwebte.

halt, weil sie unbedingt ihre gedanken sortieren wollte.

halt, weil sie nicht mehr verstand.

Hätte das sein müssen? Wir hätten das auch ganz anders lösen können. Irgendwie finde ich es schade, dass manche Situationen solch einen Ausgang haben müssen. Ich kann es einfach nicht mehr vergessen. Und dann dieser Traum. Später eine blöde Nachricht, die ich in keinen Zusammenhang setzen konnte. Dann meine Gedanken, die ich sowieso nicht mehr festhalten kann.

maries gedanken hatten sich von ihr losgemacht und flogen dahin. die vor ihr stehende tasse hatte bereits unterschiedliche kaffeerestgrenzen, die sich im porzellan verewigen wollten. die grenzen hielten das kaffee- und milchschaumgemisch fest, sodass es sich nicht mit dem restlichen kaffee vereinigen konnte. marie mochte es genauso wenig wie diese kaffeerestgrenzen, dass sich ihre gedanken in einem großen see aus allerweltsgedanken verflüchtigten. trotzdem konnte sie nicht viel dagegen unternehmen. papier und stift könnten ihr beim festhalten der gedanken helfen, jedoch hatte sie beim fluchtähnlichen verlassen ihrer wohnung an nichts dergleichen denken können.

Dieser Hund! Ich sollte nicht fluchen. Ich hasse es zu fluchen, aber kann nicht anders. Und was für eine klischeebehaftete Aktion ist das bitte?! Da ich zu wütend und zu verwirrt gewesen bin, habe ich einfach nur meine Handtasche gepackt und bin aus der Tür. Das würde ich sonst nie machen. Ich gehe fast nie ohne Stift und Papier aus dem Haus! Das weiß ich, das wissen alle, die mich kennen. Das aufgelöste Ding rennt, läuft, ja flieht förmlich aus der Wohnung, weil sie nicht mehr weiter weiß. Das ich nicht lache! So ein Mist, dass ich das bringen musste. Aber ich hatte einfach keine Lust mehr gehabt mir dieses Palaver anzuhören. Tja, Monsieur! Sie sind nicht der Einzige, der so etwas bringen kann! Okay. Ich besorge mir jetzt Papier und Stift. Dann kauf‘ ich mir eben einen neuen Notizblock und einen Kugelschreiber oder einen Bleistift. Was ist schon dabei?

marie ließ ihren halb ausgetrunkenen kaffee stehen und griff mit einer sicheren bewegung ihre handtasche. den mantel packte sie mit der linken hand und betrat resolut den fußgängerweg.

Die „bessere Hälfte“

Ich hasse das Gefühl, wenn man im Zug sitzt und alle Lichter an sind, weil es draußen dunkel ist. Dabei will man sich doch nur im eigenen Sitz verkriechen und sich warm in den eigenen Mantel kuscheln. Man schaut aus dem Fenster und sieht wie sich das Zuginnere in den Fenstern spiegelt und man weiß, dass alle wartenden Menschen auf den Gleisen einen sehr gut sehen können. Dann fühle ich mich immer beobachtet wie ein Tier im Zoo.

Deswegen mag ich das grelle Licht der Regio DB gar nicht. Ein angenehmes Licht ist natürlich notwendig, weil man ja Lesen & Schreiben können muss. Schließlich will ich manchmal auch lesen. Für den Laptop reicht allerdings das Licht meines Bildschirms.

Und ganz besonders stört mich die Armstütze am Fenstersitz, weil man dann keine horizontale Position einnehmen kann, ohne dass sich die Stütze einem in den Rücken bohrt. Dabei könnte es so entspannend sein mit dem Rücken am Fenster angelehnt und die Beine ausgestreckt zu sitzen.

Ganz schlimm ist es, wenn man im Zug einen Luftzug verspürt und sich wie Miss Marple fühlt, weil man die ganze Zeit damit beschäftigt ist herauszufinden woher der Luftzug kommt und wie man die ganze Situation lösen kann.

Als ich so saß, stellte ich mir vor wie schön es wäre, wenn ich am Madison Square Garden in New York sein könnte. Dabei wusste ich noch nicht einmal, was mich dort erwarten würde. Es war also nur das Gefühl, das ich in dem einen Moment verspürte. Ich hatte ohne zu verstehen das Bedürfnis in New York City zu sein. Wahrscheinlich wollte ich nur aus dem Dilemma im Zug entfliehen.

Dann wiederum überlegte ich mir, wie man eine Kontaktanzeige formulieren müsste, um mit 140 Zeichen alles Wichtige zum Ausdruck zu bringen. Ich verweilte ewig bei diesem Ansatz und dabei blieb es auch. Weiter kam ich nicht, weil ich nicht wusste, wie man so etwas verfassen sollte. Ich entschied, dass ich das gar nicht will und dass ich gewiss keine Frau bin, die so etwas mit Hilfe von 140 Zeichen sagen kann. Außerdem gefiel mir der Ansatz einfach nicht mehr.

Aber davon mal ganz abgesehen war ich es leid mir irgendwelche Voraussetzungen oder Charakteristika auszudenken, um annähernd an eine passende Person zu gelangen. Zu allem Überfluss reden Menschen oft von „der besseren Hälfte“. Was soll das? frage ich mich. Wenn die eine Hälfte die bessere ist, dann könnte man ja denken, dass die andere Hälfte (vielleicht nicht das Gegenteil von besser) aber zumindest eine abgeschwächte Version von besser ist. Und das gefällt mir nicht. Daraus könnte ich nämlich schließen, dass die andere Hälfte, welche in mir weilt, eine schlechtere Hälfte ist. Und das ist doch blöd! Natürlich ist mir klar, dass das so metaphorisches Dahergelabere ist und trotzdem finde ich das überspitzt. Also ich wehre mich eine „bessere Hälfte“ zu suchen. Außerdem sucht man doch keine halben Sachen und auch keine Menschen, die zur Hälfte besser und zur anderen Hälfte schlechter sind, sondern einfach ein Gesamtbild. Niemand will ein halbfertiges Tableau, welches man nie versteht, weil die wichtigsten Bildkomponenten inexistent sind. Ich will ein vollständiges Tableau, welches eventuell nicht perfekt sein mag, welches ich aber einigermaßen „betrachten“, „lesen“ und bei näherer Analyse einzelner Bestandteile verstehen kann.

Damit ist die Geschichte aber noch lange nicht zu Ende.

Wohin des Weges?

Kennt ihr das?

Wenn man früher Tagebuch geführt hat (nicht virtuell, sondern auf Papier) und dann nach einer längeren Zeit wieder einmal darin liest.

Unschlagbares Gefühl.

Okay, manchmal auch ein seltsames oder sogar peinliches Gefühl, weil man nicht so recht nachvollziehen kann, was man sich mit 13 oder 16 für einen Stress/Gedanken gemacht hat.
Und plötzlich merkt man wie die Zeit vergangen ist und immer noch vergeht.
Und man merkt wie alt man geworden ist.
Und man fragt sich, was man erreicht hat und wohin man denn geht.
Ja genau.

Wohin des Weges?

Wenn man darauf eine Antwort weiß, dann ist gut.
Wenn nicht, dann tut mir dieser Mensch irgendwie leid.

Ich kann es tolerieren.
Aber ohne eine Ahnung oder einen Plan will ich nicht auf dieser Erde wandeln.
Das kann ich mir für mich nicht vorstellen.
In meinen Gedanken würde das bedeuten, dass ich kein Ziel habe.
Und ohne Ziel, wandelt man umher und weiß nicht wohin man geht.
Das ist für eine kurze Phase realistisch, aber nicht für ein andauerndes Leben.
Das ziellose Wandern bleibt in meinen Augen erstrebenswert, um Gedanken zu ordnen, nachzudenken und vielleicht Entscheidungen zu fällen.
Das kann ich mir für einen Sonntagvormittag vornehmen, aber nicht für mein ganzes Leben.