Archive | Oktober 2011

denn alles ist vergänglich

ich spürte wie das licht mich berührte und fühlte die wärme tief in mir
das reich unter meinen füßen war mit marmor verkleidet kühlte mich
zu spät verstand ich das gleichgewicht zwischen kälte und wärme

denn alles ist vergänglich
ich merkte wie menschlich und wie verwundbar wir sind

ich hörte eine melodie
sie stimmte mich so glücklich obwohl sie traurig war
mein gedächtnis würde sie nicht ewig behalten können

denn alles ist vergänglich
ich merkte wie menschlich und wie verwundbar wir sind

ich wurde gehalten und spürte es nicht
etwas war schief gelaufen und ich hatte es nicht gemerkt
aber das jetzt hielt nicht lange genug an als dass ich etwas hätte verändern können

ich fühlte mich fallen aber jetzt war es zu spät

denn alles ist vergänglich
ich merkte wie menschlich und wie verwundbar wir sind

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Zahlen, Lebkuchen & Knecht Ruprecht

Hey Folks,
ich habe in der Bibliothek ein interessantes Buch entdeckt.
Es geht um ZAHLEN.
Keine Panik. Wir müssen  n i c h t  RECHNEN.

„Zahlen, bitte. Wenn Nummern und Ziffern Geschichten erzählen“ von Christoph Koch.*

Da mir einige Einträge so gut gefallen, werde ich sie Tag für Tag mit euch teilen :)
Futter für Smalltalk eben.

Zum Eintrag „Advent“ habe ich mir folgende Einträge ausgesucht (nachzulesen auf Seite 12):

117 000 Tonnen Lebkuchen, Printen und anderes „industriell gefertigtes Saisongebäck“ essen die Deutschen pro Jahr, das sind im Durchschnitt knapp 1,3 Kilogramm pro Person.
Süddeutsche Zeitung

Dieser Eintrag hat mich etwas verwirrt. Ich meine was sind denn 1kg? Eine Lebkuchen-Verpackung wiegt doch schon 500g! Und ich glaube ich esse insgesamt mehr als 2 solcher Packungen Lebkuchen pro Jahr. oweiowei!

24 Euro kostet der Familienbesuch eines Nikolaus vom Münchner Studentenservice, kommt er zusammen mit einem Krampus, werden es 37 Euro.
Süddeutsche Zeitung

Dieser Eintrag ist für alle Studis wichtig, die sich zur Weihnachtszeit etwas dazuverdienen wollen :)
Lasst euch nicht mit weniger abspeisen!
Und für alle, die mit dem Wort „Krampus“ nichts anfangen können, weil sie nicht viel mit Weihnachten zu tun haben und es auch sonst nie gehört oder gelesen haben: Es ist laut Wikipedia ein Äquivalent für Knecht Ruprecht, wobei es da einige – meines Erachtens sehr gruselige – Unterschiede gibt [http://de.wikipedia.org/wiki/Krampus].

* 2006: Heyne, München.

Ich schweife ab

wenn man an nichts anderes mehr denken kann
und sich nur noch auf etwas anderes konzentrieren möchte
oder besser gesagt abschweifen will
und genau das nicht machen kann
weil man sich mit etwas anderem beschäftigen muss
genau dann macht sich durchhaltevermögen bemerkbar

ich würde gerne darüber nachdenken
welches notebook ich mir als nächstes zulegen soll
wann ich mir ein selbstgemachtes armband anfertigen will
wie ich das gestalten kann
aber eigentlich

darf ich über all diese sachen nicht nachdenken
weil ich über den „third space“ grübeln muss
über den „dritten raum“
den ich mittlerweile nicht mehr mag
er kann produktiv oder auch weniger produktiv sein
homi k bhabha sagt, dass im „third space“ so einiges abgeht
bachmann-medick sagt, dass nicht für alle was abgehen kann
es geht um einschränkungen
nicht alle können von hybridisierung oder eben hybridität profitieren
sie sagt die intellektuellen & künstler mehr als z. b. leute aus dem ghetto
die evtl. damit beschäftigt sind ums überleben zu kämpfen

also darf man nicht alles romantisieren
auch nicht den „third space“
weil nicht alle die gleichen voraussetzungen zum produktiv-sein haben

also darf ich nicht abschweifen
und nicht über romantische armbänder nachdenken
sondern muss die „verortung der kultur“
„the location of culture“ verstehen lernen
um es anderen leuten erklären zu können

währenddessen schweife ich ab!

[okay, das ganze gelaber da oben sollte nen touch von philosophie bekommen.
ist mir nicht gelungen, würde ich sagen.
das problem ist, dass ich keine zeit habe.
hätte ich zeit, könnte ich auch abschweifen.

ich liebe das abschweifen.
es beruhigt nicht nur meine gedanken, sondern auch mein gemüt.
abschweifen ist erst nächste woche wieder erlaubt!

im zug sagt eine frau gerade „mach dir doch nicht so’n stress“.
und das schon zum zweiten mal.
sie hört sich auch ziemlich besorgt an.
nein, sie redet nicht mit mir, sondern mit ihrer mutter am telefon.

ich sollte auch abschweifen und meinen stress abbauen.

in diesem sinne:

Macht Euch Doch Nicht So Einen Stress!]

Ich wünsche mir, daß irgendwo jemand auf mich wartet

Meine Lieblingszitate aus Anna Gavaldas

„Ich wünsche mir, daß irgendwo jemand auf mich wartet“ *

„Ein ordinäres Herz ist etwas Unsägliches.“ (S. 40)

„Ich erzähle ihr, daß mein Herz ein großer leerer Beutel ist, der Beutel ist ziemlich elastisch, ein ganzer Souk würde da reinpassen, und dabei ist nichts drin.“ (S. 45)

„Wenn ich an der Gare de l’Est ankomme, hoffe ich insgeheim immer, daß mich jemand abholt.“ (S. 61)

„Ich habe ein Küchen-Set gekauft (fünfundsechzig Teile für 399 Franc, Salatschleuder und Käsereibe inklusive), Kerzen (man weiß ja nie), ein Plaid (ich weiß nicht, irgendwie fand ich es chic, ein Plaid zu kaufen), eine Lampe (na ja), einen Fußabstreifer (vorausschauend), Regale (zwangsläufig), eine Grünpflanze (man wird sehen) und tausend weitere Kleinigkeiten (der Laden bringt es mit sich).“ (S. 144)

„Als ich mich in der Boutique im Spiegel betrachtete (die Schlauköpfe haben eine Spezialbeleuchtung, die Sie schlank und braungebrannt wirken läßt, die gleichen Halogenlampen, die in den Supermärkten der Reichen über toten Fischen hängen), habe ich mir gesagt, zum ersten Mal, …“ (S. 159)

 

*Carl Hanser Verlag, München 2002

Zuckerwatte

Sie konnte ihn in der Menschenmasse nicht erkennen und hoffte, dass er sie sehen würde. Das ging fünf Minuten so. Ihre Augen suchten in einem immer wiederkehrenden Muster die Menge ab. Es kam ihr vor wie eine Ewigkeit und sie beschloss sich auf eine Bank am Rande des Geschehens zu setzen. Mittlerweile taten ihre Füße vom Stehen weh. Als sie auf ihre Füße starrte, konnte sie sehen wie ihr Schatten von einem fremden Schatten gekreuzt wurde. Sie sah auf. Da stand er vor ihr. Völlig aus der Puste und mit rosa Zuckerwatte in der einen und einer Tüte gebrannten Mandeln in der anderen Hand.

#IDontHaveTheFactsToBackThisUp

Spürte die Melodie,
nicht in mir, nicht in dir,
nur in der Luft.

Jede sich neigende Blüte,
der Sonne entgegen,
dem Wind ergeben.

Zwei leuchtende Augen,
in freudiger Erwartung,
im nicht endenden Traum.

Hörte die Stimme,
nicht klar, nicht nah,
nur gefangen im Nirgendwo.

Wieso sollte man denn nicht über Belanglosigkeiten schreiben dürfen?
Und überhaupt: Wer entscheidet denn hier, ob etwas belanglos ist?
Artefakte, Objekte blablabla, viele Dinge/Gedanken/Empfindungen sind doch subjektiv!
Wenn ich beim Warten auf den Zug der DB die Pflanzen am Bahnsteig beobachte und meine momentanen Gefühle anschließend auf Papier bringe, weil ich der Meinung bin, dass sie des Teilens Wert sind, dann finde ich das ganz und gar nicht belanglos.
Außerdem dient diese Tätigkeit teilweise auch als Selbst-/Schreibtherapie. Warum sollte man diesen vorteilhaften Nebeneffekt und das Schreiben an sich (egal über was) als Belanglosigkeit abtun?
Das Schreiben fördert das Denken und umgekehrt. #IdontHaveTheFactsToBackThisUp but I bet there are some psycho-literature-researches about this topic!
So somebody, please, fill me in :)

PS: Ich könnte zum Beispiel über das Sonnenlicht schreiben, welches in den verschiedensten Nuancen atemberaubend ist und mein Morgen verschönert, während ich seit 25 Minuten mit diversen anderen DB-Reisenden zusammen in der Pampa feststecke! Ja, wir warten auf einen entgegenkommenden ICE, der zu schüchtern ist und uns nicht passieren mag. God bless there is the sun to swing up my mood!

Öffnungszeiten Adé

Es sind im Moment 3°Celsius und ich werde in 1 Stunde mit dem Fahrrad unterwegs sein.
Da ich einen Führerschein, aber kein Automobil o.ä. Besitze, muss mein Drahtesel ausreichen.
Wohin des Weges? Werdet ihr euch fragen.
Na, das könnt ihr euch doch denken! Zur Stadtbibliothek. Diese ist in ungefähr 30 Minuten mit dem Rad zu erreichen.
Aber es ärgert mich, dass Bibliotheken gerade an Samstagen nur so kurz geöffnet haben. Dann fühlt man sich immer so gehetzt. Zwischen 10 und 14 Uhr.
Und am Montag haben solche Einrichtungen oft auch ganz geschlossen.
Ich finde, dass das ein großes Defizit darstellt. Wie kann eine Stadt einen elementaren Service wie die Bibliothek an einem Werktag nicht betreiben?
Das habe ich nie verstanden.
Für Museen gibt es eine ähnliche Regel. Da kann ich es sehr gut nachvollziehen. Denn sind wir mal ganz ehrlich, so ein Museum besucht man ja nicht regelmäßig, geschweige denn fast jeden Tag!
Aber aus der Bibliothek entleihen wir uns sogar Medien und müssen sie wieder zurückgeben.
Wir haben also eine Verpflichtung.
Verpflichtungen haben wir eben mehr, als wir uns vorstellen können.
Aber nicht alle nehmen wir wahr…